Alnico-Magnete, die hauptsächlich aus Aluminium (Al), Nickel (Ni), Kobalt (Co) und Eisen (Fe) sowie Spuren anderer Elemente wie Kupfer (Cu) und Titan (Ti) bestehen, zählen zu den ersten entwickelten Permanentmagnetmaterialien. Seit ihrer Erfindung in den 1930er-Jahren finden Alnico-Magnete aufgrund ihrer hervorragenden magnetischen Eigenschaften, wie hoher Remanenz (Br), relativ hoher Koerzitivfeldstärke (Hc) und guter Temperaturstabilität, breite Anwendung in verschiedenen Bereichen, darunter Elektromotoren, Sensoren, Lautsprecher und Luft- und Raumfahrtsysteme.
Die magnetischen Eigenschaften von Alnico-Magneten hängen eng mit ihrer Mikrostruktur zusammen, die typischerweise aus zwei Phasen besteht: der α-Phase (einer ferromagnetischen Mischkristallphase aus Ni, Co und Fe in Al) und der γ-Phase (einer nichtmagnetischen oder schwach magnetischen intermetallischen Verbindung). Die Orientierung und Verteilung dieser Phasen beeinflussen die magnetischen Eigenschaften des Magneten maßgeblich.
Magnetische Alterung, auch als magnetische Alterung bekannt, bezeichnet die allmähliche und oft irreversible Verschlechterung der magnetischen Eigenschaften eines magnetischen Materials im Laufe der Zeit. Dieses Phänomen ist durch eine Abnahme der Remanenz (Br), der Koerzitivfeldstärke (Hc) und des maximalen Energieprodukts ((BH)max) gekennzeichnet, die wichtige Indikatoren für die Leistungsfähigkeit eines Magneten darstellen. Magnetische Alterung kann selbst ohne äußere Magnetfelder oder mechanische Belastung auftreten, was darauf hindeutet, dass es sich um einen intrinsischen Prozess handelt, der mit der Mikrostruktur des Materials und Wechselwirkungen auf atomarer Ebene zusammenhängt.
Einer der Hauptmechanismen der magnetischen Alterung von Alnico-Magneten hängt mit mikrostrukturellen Veränderungen zusammen. Im Laufe der Zeit können die α- und γ-Phasen im Magneten Prozesse wie Kornvergröberung, Ausscheidung und Phasenumwandlung durchlaufen. Beispielsweise können die Körner der α-Phase größer werden, was die magnetische Domänenstruktur stören und die Fähigkeit des Magneten, einen stabilen magnetischen Zustand aufrechtzuerhalten, beeinträchtigen kann. Darüber hinaus können Ausscheidungen von Sekundärphasen innerhalb der α-Phase oder an den Phasengrenzen als Verankerungszentren für Domänenwände wirken. Dies erhöht zunächst die Koerzitivfeldstärke, kann aber langfristig zu einer Verschlechterung der magnetischen Eigenschaften führen, da sich die Größe oder Verteilung dieser Ausscheidungen verändert.
Atomdiffusion ist ein weiterer wichtiger Faktor, der zur magnetischen Alterung beiträgt. Bei erhöhten Temperaturen oder sogar bei Raumtemperatur über längere Zeiträume können Atome innerhalb der Alnico-Legierung diffundieren, was zu Veränderungen der lokalen Zusammensetzung und Kristallstruktur führt. Diese Diffusion kann die magnetischen Wechselwirkungen zwischen den Atomen, wie beispielsweise die Austauschwechselwirkung, beeinflussen, die für den Erhalt der ferromagnetischen Ordnung entscheidend ist. So kann beispielsweise die Diffusion nichtmagnetischer Elemente in die α-Phase das magnetische Moment dieser Phase verdünnen und dadurch die Remanenz verringern.
Obwohl Alnico-Magnete im Vergleich zu anderen magnetischen Werkstoffen eine relativ gute Korrosionsbeständigkeit aufweisen, können Oxidation und Korrosion mit der Zeit auftreten, insbesondere unter rauen Umgebungsbedingungen. Oxidation kann zur Bildung nichtmagnetischer Oxidschichten auf der Magnetoberfläche führen, welche den magnetischen Fluss blockieren und die effektive magnetische Fläche verringern. Korrosion kann auch in das Innere des Magneten eindringen, strukturelle Schäden verursachen und die magnetischen Eigenschaften verändern.
Die Geschwindigkeit der magnetischen Alterung bei Raumtemperatur wird von mehreren Faktoren beeinflusst, darunter die anfänglichen magnetischen Eigenschaften des Magneten, seine Mikrostruktur und das Vorhandensein von Verunreinigungen oder Defekten.
Quantitative Untersuchungen zur Alterungsrate von Alnico-Magneten bei Raumtemperatur sind aufgrund der Langzeitcharakteristik des Alterungsprozesses und der Komplexität der zugrundeliegenden Mechanismen relativ selten. Einige experimentelle Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Abnahme der Remanenz und Koerzitivfeldstärke im Laufe der Zeit einem exponentiellen oder logarithmischen Abklinggesetz folgen kann.
Beispielsweise wurde in einer Studie an Alnico-5-Magneten, die bis zu 10 Jahre bei Raumtemperatur gelagert wurden, festgestellt, dass die Remanenz im ersten Jahr um etwa 1–2 % und in den Folgejahren jährlich um weitere 0,5–1 % abnahm. Die Koerzitivfeldstärke zeigte einen ähnlichen Verlauf mit einem anfänglichen Rückgang von etwa 2–3 % im ersten Jahr und einem danach langsameren Abfall. Diese Werte sind Näherungswerte und können je nach Zusammensetzung und Herstellungsverfahren des Magneten variieren.
Hohe Temperaturen beschleunigen den magnetischen Alterungsprozess in Alnico-Magneten erheblich, indem sie die wichtigsten Alterungsmechanismen verstärken.
Zahlreiche experimentelle Studien haben die beschleunigte Alterung von Alnico-Magneten bei hohen Temperaturen nachgewiesen. Beispielsweise zeigte eine Studie, in der Alnico-8-Magnete unterschiedlich lange bei 200 °C gealtert wurden, dass die Remanenz nach 100 Stunden um etwa 10 % und nach 500 Stunden um etwa 25 % abnahm. Auch die Koerzitivfeldstärke sank deutlich, und zwar um etwa 15 % nach 100 Stunden und um 30 % nach 500 Stunden.
Eine weitere Studie verglich das Alterungsverhalten von Alnico-5-Magneten bei Raumtemperatur und bei 150 °C. Nach einem Jahr Alterung zeigte der bei 150 °C gealterte Magnet einen Rückgang der Remanenz um etwa 10 %, während der bei Raumtemperatur gealterte Magnet nur einen Rückgang um etwa 2 % aufwies. Die Koerzitivfeldstärke des bei hoher Temperatur gealterten Magneten sank um etwa 15 %, verglichen mit einem Rückgang von 3 % beim bei Raumtemperatur gealterten Magneten.
Um das Alterungsverhalten von Alnico-Magneten bei hohen Temperaturen besser zu verstehen und vorherzusagen, wurden verschiedene temperaturabhängige Alterungsmodelle entwickelt. Ein gängiges Modell ist das Arrhenius-Modell, das davon ausgeht, dass die Alterungsrate exponentiell mit der Temperatur zunimmt. Die allgemeine Form der Arrhenius-Gleichung für die Alterung lautet:
wobei k die Alterungsgeschwindigkeitskonstante, A ein präexponentieller Faktor, Ea die Aktivierungsenergie für den Alterungsprozess, R die Gaskonstante und T die absolute Temperatur ist.
Durch Anpassung experimenteller Daten an dieses Modell lässt sich die Aktivierungsenergie für verschiedene Alterungsmechanismen in Alnico-Magneten bestimmen. So wurde beispielsweise die Aktivierungsenergie für das Kornwachstum in Alnico-Legierungen auf 100–200 kJ/mol geschätzt, was darauf hindeutet, dass hohe Temperaturen diesen Prozess deutlich beschleunigen können.
Eine Möglichkeit, die magnetische Alterung zu verringern, besteht in der Optimierung der Zusammensetzung der Alnico-Legierung. Durch die präzise Steuerung der Mengen an Aluminium, Nickel, Kobalt und anderen Elementen lässt sich ein stabileres Mikrogefüge erzielen. Beispielsweise kann eine Erhöhung des Kobaltgehalts die Koerzitivfeldstärke und die Temperaturstabilität des Magneten verbessern und somit die Alterungsrate reduzieren. Darüber hinaus kann die Zugabe geringer Mengen von Seltenerdelementen wie Dysprosium (Dy) oder Terbium (Tb) die magnetische Anisotropie und die Alterungsbeständigkeit erhöhen.
Fortschrittliche Fertigungsprozesse können ebenfalls dazu beitragen, die magnetische Alterung zu verringern. Beispielsweise kann durch den Einsatz von Schnellverfestigungstechniken ein feineres und gleichmäßigeres Mikrogefüge erzeugt werden, das resistenter gegen Kornwachstum und Phasenumwandlung ist. Darüber hinaus können geeignete Wärmebehandlungsverfahren, wie optimierte Glüh- und Auslagerungsbehandlungen, das Mikrogefüge stabilisieren und die Langzeit-Magneteigenschaften des Magneten verbessern.
Durch das Aufbringen von Schutzschichten auf die Oberfläche von Alnico-Magneten lassen sich Oxidation und Korrosion verhindern, die maßgeblich zur Alterung von Magneten beitragen. Gängige Schutzschichten sind Nickel-, Epoxid- und Polymerbeschichtungen. Diese Beschichtungen wirken als Barriere und verhindern das Eindringen von Sauerstoff und korrosiven Substanzen in das Innere des Magneten, wodurch dessen Lebensdauer verlängert wird.
Die magnetische Alterung ist ein inhärentes Phänomen bei Alnico-Magneten, das mit der Zeit zu einer allmählichen Verschlechterung ihrer magnetischen Eigenschaften führen kann. Bei Raumtemperatur verläuft die Alterung relativ langsam und wird von Faktoren wie den anfänglichen magnetischen Eigenschaften, der Mikrostruktur und Verunreinigungen beeinflusst. Hohe Temperaturen beschleunigen den Alterungsprozess jedoch deutlich, indem sie mikrostrukturelle Veränderungen, atomare Diffusion und Oxidation/Korrosion verstärken.
Experimentelle Studien lieferten wertvolle Daten zum Alterungsverhalten von Alnico-Magneten bei verschiedenen Temperaturen, und es wurden temperaturabhängige Alterungsmodelle entwickelt, um die Langzeitleistung dieser Magnete vorherzusagen. Zur Minderung der magnetischen Alterung können Strategien wie die Optimierung der Magnetzusammensetzung, die Verbesserung der Fertigungsprozesse und das Aufbringen von Schutzbeschichtungen eingesetzt werden.
Das Verständnis der magnetischen Alterung von Alnico-Magneten ist entscheidend für deren zuverlässigen Einsatz in verschiedenen Branchen. Durch die kontinuierliche Erforschung der Alterungsmechanismen und die Entwicklung effektiver Gegenmaßnahmen lässt sich die Lebensdauer von Alnico-Magneten verlängern und die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit magnetbasierter Systeme verbessern.